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Einstieg in die Antriebswende: MVG stellt neue Elektrobusse vor

Erste eCitaros in Lüdenscheid angekommen

Die MVG Märkische Verkehrsgesellschaft GmbH hat heute in auf dem Betriebshof in Lüdenscheid ihre ersten beiden Elektrobusse vorgestellt. Die beiden Fahrzeuge vom Typ Mercedes-Benz eCitaro 12m Solo sind Teil einer ersten Beschaffung, die insgesamt 25 Busse des gleichen Typs umfasst.

Ausgangspunkt für die Umstellung von Diesel- auf Elektromotoren ist die Umsetzung des 2021 verabschiedeten Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetzes des Bundes, das auf der Clean Vehicle Directive der EU beruht. Dieses Gesetz schreibt verbindliche Quoten für emissionsarme und emissionsfreie Fahrzeuge bei Neubeschaffungen vor. Diese Antriebswende bei der MVG macht zudem Aus- und Umbaumaßnahmen an den Betriebsstellen in Lüdenscheid und Iserlohn notwendig.

Am Betriebshof Lüdenscheid ist der Aufbau der Ladeinfrastruktur mit 21 Ladepunkten fast abgeschlossen und wird voraussichtlich noch vor den Weihnachtstagen offiziell abgenommen. Auch die Arbeiten in der Fahrzeughalle und der Werkstatt befinden sich in den letzten Zügen.

Am Betriebshof in Iserlohn hat der erste Bauabschnitt für 22 Ladepunkte im November 2025 begonnen und soll voraussichtlich bis Ende März 2026 abgeschlossen sein. Hier werden zudem noch eine Hochdruck-Nebel-Löschanlage sowie eine Krananlage und ein Dacharbeitsstand installiert. Weiterhin wird die Hoffläche erweitert. Auch diese Maßnahmen haben ihren Ursprung in der Umsetzung des vorgenannten Bundesgesetzes.

Um die hohen Investitionen für die gesetzlich geforderte Umstellung auf E-Busse abzufangen, hat sich die MVG erfolgreich Fördermitteln in Höhe von 8,9 Mio. Euro für Neubeschaffungen und bauliche Maßnahmen gesichert. Den größten Anteil daran trägt die Förderung des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) in Höhe von 5,1 Mio. Euro für die Beschaffung von 25 der heute vorgestellten eCitaros. Weitere Fördermittelgeber sind beispielsweise das Land NRW und der Zweckverband Mobilität Ruhr-Lippe (ZRL).

MVG-Geschäftsführerin Frauke Effert betont dazu: „Die Förderzusagen bestätigen uns darin, dass wir ein tragfähiges und erfolgsversprechendes Konzept verfolgen. Gleichzeitig verlassen wir uns nicht allein auf diese Mittel: Wir haben bewusst auch ohne Fördermittel einen soliden und vorausschauenden Finanzierungsplan aufgestellt.“

Eckdaten der eCitaros
Während Länge und Breite der neuen Fahrzeuge mit denen der Dieselbusse vergleichbar sind, ist der eCitaro aufgrund der auf dem Dach verbauten Batterien rund 30 Zentimeter höher. Die Motorleistung liegt mit 225 kW sogar leicht über der Leistung der Dieselbusse mit 220 kW.

Die Busse verfügen über eine Netzspannung von 400 Volt und weisen einen durchschnittlichen Energieverbrauch von etwa 22 Kilowattstunden pro Stunde beziehungsweise 1,3 Kilowattstunden pro Kilometer auf. Daraus ergibt sich eine Reichweite von rund 210 bis 250 Kilometern. Inwieweit diese Herstellerangaben im alltäglichen Betrieb, insbesondere im anspruchsvollen Streckennetz des Märkischen Kreises, erreicht werden, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

Geladen werden die Fahrzeuge immer nachts auf dem Betriebshof. Die Ladezeit beträgt bei komplett leerer Batterie ungefähr fünf bis sechs Stunden. Mit der aktuellen Konfiguration der Fahrzeuge können so 80 bis 90 Prozent der MVG-Umläufe, d. h. der Strecken, die ein Bus pro Tag fährt, abgedeckt werden. Durch die zukünftige Technologieentwicklung im Batteriebereich und Anpassung der Konfiguration wird davon ausgegangen, dass die noch fehlenden Prozentpunkte abgedeckt werden können. Die beiden heute vorgestellten Elektro-Busse werden voraussichtlich im ersten Quartal 2026 in den Liniendienst gehen, nachdem das gesamte Fahrpersonal auf die neuen Fahrzeuge eingewiesen und die vorgeschriebenen Schulungen absolviert wurden. Weitere 18 eCitaros folgen zum Ende des ersten Quartals, die letzten noch fehlenden fünf Busse im Lauf des Jahres 2026.

Förderhinweis
Das Projekt wird im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe im Schienenverkehr / von Bussen im Personenverkehr“ mit insgesamt 5,1 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) gefördert. Fördermittel dieser Maßnahme werden auch im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP) über die europäischen Aufbau- und Resilienzfazilitäten (ARF) im Programm NextGenerationEU bereitgestellt. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.